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DGE-Journalisten-Preis 2023

Redaktionelle Beiträge zu Ernährungsthemen wurden ausgezeichnet

Mit dem DGE-Journalisten-Preis prämiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) auch 2023 wieder herausragende journalistische Arbeiten zu aktuellen Ernährungsthemen in Wort und Bild.

Die diesjährigen Preisträger*innen sind: Josef Wirnshofer, Moritz Herrmann, Bernhard Borgeest, Brigitte Lehnhoff, Sabine Pinkenburg, Thomas Kulik, Svea Eckert, Sulaiman Tadmory und Lena Kampf. Dagmar von Cramm, Mitglied im Wissenschaftlichen Präsidium der DGE, überreicht die Auszeichnungen am 30. August 2023 auf der DGE-Arbeitstagung in Bonn. Den mit insgesamt 10 000 EUR dotierten Preis vergibt die Fachgesellschaft in diesem Jahr zum 34. Mal für wissenschaftlich fundierte, originelle und zielgruppengerecht aufbereitete Arbeiten in fünf Medienkategorien.

Im Bereich Tages- und Wochenzeitungen geht der Preis an Josef Wirnshofer für seine Reportage „Putins Gas und Kolumbias Euter“ in Seite Drei der Süddeutschen Zeitung vom 20.08.2022. Eindrucksvoll beschreibt er, was Putins Krieg mit den Kühen eines Bauern im Berchtesgadener Land zu tun hat. Vom Melken der Kuh bis die Milch im Müsli landet ist es ein weiter Weg, für den jede Menge Energie gebraucht wird. Anschaulich und kompakt schildert der Autor Wirnshofer die Zusammenhänge und Auswirkungen von globaler Politik und des Ukraine-Krieges auf alltägliche Konsumgüter wie hier am Beispiel von Trinkmilch in Deutschland auf die Produktion, die Preise und den Verkauf.

In der Kategorie Publikumszeitschriften zeichnet die Jury zwei Beiträge aus. Moritz Herrmann erhält den Preis für seine kurzweilige Reportage „Nie wieder Fleisch?“, im Stern vom 25.08.2022. Der aus der Autorenperspektive erzählte Selbstversuch, sich als Fleischesser vegetarisch zu ernähren, ist unterhaltsam und witzig geschrieben. Der Autor führt einen sehr ehrlichen und glaubhaften Diskurs zum Fleischessen und Fleischverzicht und räumt mit Mythen auf. Er regt dazu an, das eigene Verhalten und Einstellungen zu Fleischkonsum aus Gewohnheit, Prägung, Unbewusstheit oder Identität gegenüber Aspekten der Nachhaltigkeit, des Bewusstwerdens, des Tierwohls und der Ethik zu reflektieren.

Bernhard Borgeest wird für seinen Beitrag „Hier spricht Ihr Bauch“ im FOCUS-Magazin vom 23.04.2022 ausgezeichnet. Informativ, aufklärend und ohne anzuklagen erzählt der Autor über ein für unsere Ernährung höchst relevantes Problem: das Fett in unserer Bauchhöhle, seine Ursachen und seine gesundheitlichen Auswirkungen sowie mögliche Gegenmaßnahmen. Originell ist die gewählte Perspektive des Redakteurs, in der er den Bauch selbst reden lässt. „Erlauben Sie mir, Sie anzusprechen, und gestatten Sie mir, dass ich mich vorstelle: Ich bin Ihr Fett, Ihr Bauchfett.“

Im Bereich Hörfunk/Podcast erhält Brigitte Lehnhoff den Preis für ihren Podcast vertikal horizontal. Glaubens- und Gewissensfragen, in NDR Info vom 13.02.2022 „Halal und Koscher: Welche Bedeutung haben religiöse Speisegesetze heute?“. In ihrem kompakt und interessant erzählten Podcast hinterfragt sie mit der Redakteurin Sabine Pinkenburg im Gespräch untereinander und mit Protagonisten, warum Lebensmittel mit „halal“-Siegel und koschere Lebensmittel trotz rückläufiger Religiösität so beliebt sind. Sie suchen nach Schnittmengen zwischen weltlichen und religiösen Trends und ergründen, welche Rolle religiöse Speisegesetze heute noch bei Juden, Muslimen und Christen haben.

In der Rubrik Fernsehen erhält Thomas Kulik den Preis für seine Reportage „Wie werden alle satt – 42 – die Antwort auf fast alles“ in Arte TV vom 28.05.2022. Sein Film thematisiert eine hocheffiziente Landwirtschaft, die momentan weltweit Lebensmittel auf Rekordniveau produziert. So viel, dass alle Menschen auf der Erde satt werden könnten. Wie schaffen wir es, Erträge deutlich zu steigern, ohne den Planeten zusätzlich zu belasten? Lässt sich Landwirtschaft ohne „Land“ betreiben – in riesigen vertikalen Farmen? Und welchen Beitrag liefert künstliche Intelligenz auf die Frage, wie alle satt werden können? In seiner collageartigen, abwechslungsreichen Darstellung zeigt der Autor, dass es sich auch um ein Verteilungssystem und nicht nur um ein Ernährungsproblem handelt.

Svea Eckert, Sulaiman Tadmory, beide NDR, und Lena Kampf, Süddeutsche Zeitung, erhalten die Auszeichnung im Bereich Internet/Social Media für ihre Recherche-Doku „Hungern mit Instagram: Wie triggert Insta Essstörungen?“ auf strg_f, dem YouTube Kanal von Funk vom 11.01.2022. In ihrer spannenden und zugleich betroffen machenden Recherche-Doku legen sie eigene Profile an und tauchen in die Magersucht-Community ein. Sie treffen dabei auf junge Frauen und Mädchen, die sich in einem Zwiespalt zwischen der Suche nach Gleichgesinnten aber auch dem Wissen darum, dass Instagram sie tiefer in die Krankheit hineinzieht, befinden. Sie decken sensible „Abgründe“ auf und machen auf Gefahren der Sucht und allzu fokussierte Social-Media-Nutzung aufmerksam.

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Quelle/Autor/in: Antje Gahl/DGE | Bild © DGE

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