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Krumm und kostbar

Oecotrophologie-Studentin der FH Münster engagiert sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln

Es ist zu klein, zu groß oder zu krumm für den Handel. Oft bleibt solches Gemüse auf den Feldern liegen.

Um das Ackerland für die nächste Saison vorzubereiten, pflügen einige Landwirte es dann wieder in den Boden. Oder sie lassen eine Nachernte zu. Dabei sammeln Menschen wie Lea Radtke es umsonst oder gegen etwas Geld auf dem Feld ein. Schon einige Male hat die Oecotrophologie-Studentin von der FH Münster für die „fairTEILBAR“ nachgeerntet. Das Bistro mit Laden und Projektküche ist vor einigen Wochen an den Start gegangen.

„Auf den Tisch kommen bei uns aussortierte Lebensmittel, die aber genießbar und lecker sind“, erzählt Lea Radtke. Neben den nachgeernteten Feldschätzen sind das auch Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum und Saisonware, die der Handel ihnen zur Verfügung stellt. Nach dem Prinzip „Zahle, was es dir wert ist“ erhalten alle Besucher im Bistro zubereitete Speisen. Im angeschlossenen Ladenlokal verkauft das Team länger haltbare Produkte wie etwa selbst gemachtes Pesto sowie feldfrisches Obst und Gemüse.

Lea Radtke ist zunächst über ihre Praxisphase, die letzte Etappe vor der Bachelorarbeit, zum Projekt fairTEILBAR gekommen und hat den Weg vom Crowdfunding bis zur Eröffnung begleitet. Inzwischen gehört sie zum Kernteam von fünf Frauen. Alle verbindet die Wertschätzung für Lebensmittel. „Sie sind einfach zu kostbar, um sie zu verschwenden“, sagt die 25-Jährige, die sich auch bei Slow Food Youth Münster engagiert.

Auf etwa 70 ehrenamtliche Helfer können die Frauen zählen. „Ganze Kitas sammeln schon Gläschen für uns“, freut sich Susanne Kemper vom Kernteam. Mit Lea Radtke deckt sie den Bereich Bildung ab. Gemeinsam bieten sie Workshops für Kitas, Schulen und andere Einrichtungen an. Wie lagert man Lebensmittel richtig, wie macht man sie länger haltbar? Wie verwendet man möglichst viel vom Gemüse? Die Projektküche ist für alle von der Kita bis zum Rentenalter gedacht. „Aus Wegwerfen soll Wertschätzung werden“, fasst Susanne Kemper das Lernziel zusammen.
Fast zwei Monate sind nun seit dem Start um. Das Team ist überwältigt von dem Zulauf. „Dass unsere Kundschaft tatsächlich so divers ist, wie wir es uns zu Anfang gewünscht haben, dass wir Menschen aus den unterschiedlichen Milieus wirklich erreichen können, haut mich jeden Tag wieder aus den Socken“, sagt Lea Radtke, die nun ihre Bachelorarbeit vor sich hat.

Die fairTEILBAR liegt an der Hammer Straße 60 in der Nähe der St.-Joseph-Kirche in Münster. Anfragen für Workshops können Interessierte unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! stellen, Informationen zu Öffnungszeiten und mehr sind unter www.fairteilbar-muenster.de zu finden.

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Quelle: FH Münster | Bild ©: FH Münster/Dzemila Muratovic

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